9. Dan Jiu-Jitsu für Peter Schneider

45 Jahre Jiu-Jitsu - ein Lebenswerk

Im Rahmen des DJJV-Bundesseminars in Bad Blankenburg ist Peter Schneider am 15.8.2013 der 9. Dan Jiu-Jitsu verliehen worden.

Jiu-Jitsu bestimmt Peters Leben bereits seit 1968. Wenige Jahre später übernahm er bereits seine erste Gruppe als Übungsleiter, die er auch heute noch führt. In diesen 45 Jahren Jiu-Jitsu hat er zahllose seiner Schüler zu Danträgern gemacht, die dann teilweise auch wieder eigene Vereine gründeten und das Jiu-Jitsu weitertrugen. Durch zahllose regionale und überregionale Lehrgänge, Sommerlager, Bundes(-polizei-)seminare, Bundesprüferschulungen und Traditionslehrgänge ist Peter inzwischen zu einem der wichtigsten Stil-Bewahrer des Jiu-Jitsu in Deutschland geworden. Statt sich dabei lediglich auf Traditionen zu berufen, hinterfragt er und entwickelt er sein Jiu-Jitsu immer noch weiter, wie zum Beispiel in seinen Versuchen zur Schusswaffenabwehr mit einer scharfen Pistole.

Zu seiner Authentizität trägt ferner seine langjährige Berufserfahrung in der Justiz bei, bei der er in zahlreichen kniffligen Situationen auf seine Kampfkünste zurückreifen musste. Seit mehr als 25 Jahren ist er als Funktionär unterwegs, insbesondere als Vorstandsmitglied in der Jiu-Jitsu Union Schleswig-Holstein, deren Gründungsmitglied er ist. Als sich 2005 die Gelegenheit dazu ergab, hat er die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit dem Schleswig- Holsteinischen Ju-Jutsu Verband erkannt. Auch gegen erbitterte Widerstände, teils unterhalb der Gürtellinie, sprach er sich klar für die Kooperation von Ju-Jutsu und Jiu-Jitsu aus, aus der 2011 dann die Fusion der Verbände wurde. Dass dies zustande gekommen ist, und dass es heute selbstverständlich ist, dass sich der SHJJV-Vorstand aus Sportlern beider Stile zusammensetzt, ist maßgeblich seiner Signalwirkung zu verdanken. Mit seiner geradlinigen und ehrlichen Art hat sich Peter die Hochachtung und Anerkennung von Jiu-Jitsuka und Juka aus ganz Deutschland verdient. Als Funktionär ist er zuverlässig und aufrichtig wie sonst kaum ein anderer. Auf sein Wort kann man sich jederzeit verlassen. Ebenso wie darauf, dass er ruhig und sachlich seine Meinung sagt, wenn er einmal anderer Auffassung ist. Und es lohnt sich, ihm dabei gut zuzuhören. Zu seinem Selbstverständnis gehört, auch mit fast 70 Jahren weiter selber aktiv auf der Matte zu stehen, nicht nur als Referent, sondern selber auch bei anderen Meistern zu trainieren. Er ist bodenständig geblieben und hat gleichermaßen viel Zeit für Anfänger wie für Fortgeschrittene – für alle, die so engagiert trainieren wollen wie er. Wirkliche Hingabe zum Jiu-Jitsu, außergewöhnliches Engagement, die Bereitschaft zu ständiger Weiterentwicklung zusammen mit seinem aufrechten Charakter machen ihn zu einem wirklichen Großmeister.

Peter, der nichtsahnend unter einem Vorwand auf die Bühne des Galaabends gelockt worden war, konnte trotz aller Mühe seine Rührung nicht ganz verbergen, als er unter stehenden Ovationen der Bundesseminarteilnehmer seine Ernennungsurkunde und den roten Gürtel entgegennahm.