Kakie – klebende Hände

Am Samstag, 10. November, lud Tus Holstein Quickborn e.V. zum Landestechniklehrgang mit Martin Winski, 4. Dan Ju-Jutsu, 3. Dan Okinawa-Goju-Ryu, ein. Thema waren Grundprinzipien des Kakie mit Ein- und Übergang in Hebel-, Wurf- und Atemitechniken.

Kakie bedeutet auf Deutsch „klebende Hände“. Dabei werden Grundtechniken in Form von Drills bzw. Partnerarbeit geübt, um wahrzunehmen wie die Kraftverteilung in der Technik funktioniert bzw. wie Kraft empfangen und wieder abgegeben werden kann. Es geht darum mit dem Partner in einer Einheit zu lernen, wie ein Stoß im Ernstfall funktionieren kann, aber unter abgesprochenen Laborbedingungen. „Was ich heute mit euch machen will, ist nicht bestimmte Technik zu trainieren, sondern wir versuchen zu erarbeiten, wie wir aus dem Kakie Eingänge zu Techniken schaffen können“. Das Kakie stammt ursprünglich aus dem Okinawa-Goju-Ryu, einer traditionellen weichen Karate-Stilrichtung. Im ersten Abschnitt des Lehrgangs wurden verschiedene Grundübungen trainiert, damit die Teilnehmer die Erfahrungen machen konnten, wie der Kraftfluss des Partners verläuft. Die Übungen wurden auf verschiedenen Ebenen, einhändig oder mit beiden Händen durchgeführt, bevor es schließlich zu Wurfeingängen überging. Neben vorgegebenen Würfen, wie der großen Außensichel, gab Martin den Teilnehmer auch den Freiraum verschiedene individuelle Möglichkeiten des Weiteragierens zu erarbeiten. Mit den höhergraduierten Teilnehmern arbeitete er zusätzlich noch verschiedene Selbstfallwürfe heraus. Nach den Wurfeingängen konzentrierte sich Martin auf Übergänge zu Hebeln aus den Grundtechniken des Kakie wie beispielsweise Kipphandhebel oder Genickdrehbeugehebel. Die verschiedenen Übergänge lassen sich natürlich rechts und links anwenden, was die Teilnehmer auch immer ausprobierten. Es lässt sich auch ein Wechselspiel aus Weiterführungs- und Gegentechniken aus den verschiedenen Übergängen ableiten, als eine Übungsform demonstrierte Martin die Weiterführung abgewehrter Atemi, wie sie im Prüfungsprogramm vorkommt. Eine von Martins Ideen für den Lehrgang war es, nicht gegen direkte Angriffe wie Fauststoß zu arbeiten, sondern aus der Kakie-Bewegung zu arbeiten. Das ist kontrollierbarer und somit eine schönere und verletzungsfreiere Art Abwehren zu trainieren.