Kime-no-kata – Kata der Entscheidung

Am letzten Septemberwochenende fand in Todenbüttel der Landestechniklehrgang zur Kime-no-Kata statt, der gleichzeitig die Gelegenheit bot die Trainer-C- bzw. Sportassistentenlizenz zu verlängern. Als Referenten hatte Peter Schneider alte Weggefährten eingeladen: Rene Roese, 7. Dan Jiu-Jitsu, 3. Dan Karate und Thomas Jordan, 6. Dan Jiu-Jitsu, 4. Dan Karate. Neben Teilnehmern aus Schleswig-Holstein waren auch Teilnehmer aus Niedersachsen und Brandenburg angereist.

Nachdem Rene Roese und Thomas Jordan die Kime-no-kata im Gesamten demonstriert hatten, wurden die Angriffe nacheinander demonstriert, erklärt und wichtige Punkte für Tori und Uke näher erläutert. Am Samstag wurden alle Techniken der ersten Gruppe: Idori (im Sitzen) behandelt und am Sonntag die der zweiten Gruppe: Tachiai (Techniken im Stand). Wobei die beiden Referenten immer wieder auf die elementaren Punkte bei der Durchführung achteten und wertvolle Hinweise und Tipps an die Teilnehmer weitergaben. So wiesen sie auch darauf hin, dass das was im Kodokan-Video gezeigt wird für kleinere Personen ist, das heißt wiederum, dass die jeweiligen Abstände zwischen Tori und Uke nicht eins zu eins kopiert werden sollten. Stattdessen sollten die Abstände angepasst an die Körpergrößen sein, da ansonsten die Distanzen für die Techniken nicht passen. Solche kleinen, minimalen Veränderungen zu dem Ur-Kodokan-Video dürfen eingebaut werden. Das im Kodokan-Video Gesehene muss auch interpretiert werden: d.h. wenn ein 7. Dan mit 60 Jahren eine Kata zeigt, sieht sie anders aus, als wenn das ein 25 Jähriger zeigt. Es kann nicht sein, dass sogar das Humpeln des Meisters im Video nachgeahmt wird. Die Kata lebt und darf es nicht eins zu eins so demonstriert werden wie es ein Altmeister tun würde. Beim Anpassen der Geschwindigkeit ist es wie mit dem Abspielen von Musik: Wird ein Lied insgesamt schneller oder langsamer gespielt, ist es immer noch erkennbar. Aber wird es mal schnell und mal langsam abgespielt, ist das nicht gut – das Prinzip kann auch auf das Kata-Laufen übertragen werden. Bei der Kata zum 2. Dan Jiu-Jitsu werden explosive Techniken gezeigt im Wechsel mit langsamen, ruhigen Sequenzen. Dieses Spiel sollte auch über die ganze Kata gezeigt werden. Die Kime-no-kata (Form der Entscheidung) wurde 1887/1888 von Kano Shihan vorgestellt. Kano entlehnte viele Techniken der alten und umfangreichen Shiken-shobu-no-kata (Form des wirklichen Kampfes) und integrierte umfangreiche und wesentliche Elemente aus dem Lehrprogramm der Tenshin-shino-ryu. Die Kata selbst beinhaltete zunächst fünfzehn Techniken und wurde im Jahr 1907 in Kooperation mit dem Dainippon Butokukai (ein großjapanischer Kampfkunstverband zur Förderung der Budo-Tugenden) um fünf Angriffe und Verteidigungen erweitert. Die Grundformen der Shikin-shubo-no-kata stammen aus dem 15. Jahrhundert und dienten der körperlichen und geistigen Vorbereitung auf den Kampf Mann gegen Mann auf dem Schlachtfeld. Einige Techniken haben sich aus den gleichen Jiu-Jitsu „Wurzeln“ entwickelt wie diejenigen des Karate und Aiki-Jutsu. Die Kime-no-kata repräsentiert die Atemi waza.