Landeslehrgang Quickborn

Der TuS Holstein Quickborn hatte Herbert Bünning (6. Dan) und Christian Dost (2. Dan) als Dozenten zum Szenarientraining/Verteidigung auf engen Raum und gegen mehrere Angreifer Transporttechniken eingeladen. Und beide kamen aus Heiligenhafen mit weiteren Wissbegierigen an. Insgesamt 32 Teilnehmer waren vor Ort. Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen geteilt, so dass Herbert und Christian jeweils zwei Stunden mit einer Gruppe trainieren konnten, bis dann nach einer kurzen Pause getauscht wurde. So konnte ein anspruchsvolles Programm in relativ kurzer Zeit abgespult werden.

Christian zeigte im Bereich der realistischen Selbstverteidigung z.B. wie ein Angriff abgewehrt werden kann, wenn mit dem Rücken zur Wand gestanden wird und sich der bedrohlichen Situation nicht durch Weglaufen entziehen kann. Dabei wird der Schwinger von einer seitlich stehenden Person kontrolliert aufgenommen und die Kraft (und damit der Schlagarm) an die Wand geleitet. So wird in eine zum Angreifer rückwärtige Position gelangt und es kann weitergearbeitet werden. Beim Angriff von vorne wird bei einem Schwinger oder Ohrfeige die Distanz schnell verkürzt, so dass der Angriff, bzw. die Schlaghand ins Leere läuft. Gleichzeitig kann selbst mit einem Boxschlag auf die Nase oder einem Handballenstoß aufs Gesicht den Angreifer Paroli geboten werden. Christian forderte weiterhin auf, Lücken zu suchen und zu experimentieren, welche Techniken sich anbieten und wo angesetzt werden kann. In einer weiteren Technikreihe wurde eine Möglichkeit gezeigt, aus einer gleichseitigen Clinchposition sich Vorteile zu verschaffen und mit einem Beinrollwurf rückwärts den Angreifer auszuschalten. Eine Variante, sich aus einem Schwitzkasten zu befreien, zeigte dann die letzte Technikvariante von Christian.

Herbert dagegen zeigte, passend zum bevorstehenden Halloween, wie Angreifer mit Baseballschlägern entwaffnet werden können. Ein Angreifer mit Baseballschläger und passend gruseliger Halloween-Maske wurde dabei beim Rückhandschlag hart geblockt und entwaffnet. Dabei half die rote Nase der gruseligen Clownsmaske als Zielhilfe für einen harten Schlag auf die Nase. Herbert demonstrierte aus seinem riesigen Repertoire, wie mit einer kleinen, aber sehr leuchtstarken Taschenlampe Angreifer geblendet werden können. Die Taschenlampe kann zum Stoßen und Drücken auf Nervenpunkte genutzt werden. Sie ist ein hervorragendes Hilfsmittel zum Kneifen z.B. am Ohr oder Hautfalte am Trizeps oder einfach nur als „Verstärker“ bei Hammerfaustschlägen. In Sachen Transporttechniken zeigte Herbert, wie ein Angreifer von zwei Personen fachgerecht zu Boden gebracht und fixiert werden kann. Schlussendlich wird der Angreifer durch Beide durch Halten der Arme (ähnlich Kreuzfesselgriff) und Griff ins Hosenbein weggetragen. Eine weitere Möglichkeit ist das Sichern einer Person mittels Fingerhebel seiner rechten Hand und das gleichzeitig fixieren des linken Armes mit einem Bein, wenn der Angreifer in eine sitzende Position gebracht wird. Abschließend ein kurzweiliger interessanter Lehrgang mit viel Input.