Prüferlizenzlehrgang Jiu-Jitsu in Neumünster

Am Samstag, den 25.01., lud der SVT Neumünster v. 1911 e. V. zum Prüferlizenzlehrgang ein mit Referent Peter Schneider, 9. Dan Jiu-Jitsu, Referent Jiu-Jitsu im SHJJV e. V. Zu Beginn gab Peter Schneider ein Feedback von den letzten Landesprüfungen, was vor allem negativ aufgefallen ist: Grifftechniken – als Prüfer und vor allem als Trainer sollte darauf geachtet werden, dass diese sauber ausgeführt werden. Festlege- und Aufhebetechniken sind ein weiteres Sorgenkind – das Fundament muss schon korrekt gelehrt werden. Im Training kann auch gern mit etwas Widerstand, bitte mit Vorsicht, oder auch mal mit großen, kräftigen Partner geübt werden, um ein Gespür dafür zu bekommen. Als Tipp für die Trainer riet Peter: „Gewöhnt euch an, euren Schülern ständig auf die Finger zu schauen und ein Feedback zu geben/zu verbessern – so schreiben sie es sich hinter die Ohren und ihr bekommt ein Auge als Prüfer zu urteilen“. Waffenabwehren sind bei den letzten, auch Bundes-, Prüfungen sehr negativ aufgefallen. Beispielsweise muss auf die richtige Distanz bei einem Stockangriff geachtet werden: Mit dem Stock wird angegriffen, nicht mit dem Unterarm. Die angebotenen Lehrgänge zu diesen Themen sind vorhanden und sollten auch genutzt werden. Ein weiteres Problemfeld sind die freie Angriffe: Oftmals hat Tori dabei gar keine Schuld, aber jeder der an einer Prüfung teilnimmt gehört auch Mal zum Kreis der Angreifer. Allerdings ließen sich die Angreifer häufig gegenseitig den Vortritt und warteten dann noch bis Tori sich wieder geordnet hatte. Zu den Freien Angriffen gehört aber auch, falls Tori nicht schnell genug ist, dass dieser in einer nicht so bequemen Situation gleich wieder angegriffen wird – das wäre im Ernstfall auch so. Mehrere Angreifer heißt schließlich auch, mit mehreren gleichzeitig anzugreifen. Beispielsweise kann Tori einen Angreifer kontrolliert als Schutzschild gegen die anderen Angreifer nutzen. Als Trainer und Prüfer ist darauf zu achten, dass diese Aufgabe kontrolliert abläuft, von Uke wie von Tori – so kann auch die Verletzungsgefahr minimiert werden. Im anschließenden Praktischen Teil baute er verschiedene Übungen ein für Falltechniken, Bewegungslehre, Hebel und vor allem Waffenabwehr ein. Bevor es in den theoretischen Teil der Aus-/Fortbildung überging, wurde ein Ausschnitt zu den Freien Angriffen zweier Prüfungen unter Mithilfe einiger Teilnehmer durchgespielt. Die anwesenden Prüfer bewerteten die „Prüfung“, im Anschluss wurden die Ergebnisse verglichen und diskutiert.