Prüferlizenzlehrgang Jiu-Jitsu in Neumünster

Am Samstag, den 19.01., lud der SVT Neumünster v. 1911 e. V. zum Prüferlizenzlehrgang ein mit Referent Peter Schneider, 9. Dan Jiu-Jitsu, Referent Jiu-Jitsu im SHJJV e. V. Zu Beginn gab Peter Schneider ein Feedback von den letzten Landesprüfungen, was vor allem negativ aufgefallen ist: Die Etikette einiger Prüflinge lässt zu wünschen übrig, sowohl das Verhalten im Dojo als auch das Partnerverhalten. Die Fallschule gerät, nicht bei allen, immer mehr ins Hintertreffen. „Bei manch einem, wenn sie fallen, tut mir das selber weh“, meinte Peter Schneider. Die gesamten Grundtechniken sind allgemein überarbeitungsbedürftig. Grundprinzipien wie Gleichgewichtbrechen oder Unterlaufen des Schwerpunktes bei Würfen werden teilweise überhaupt nicht ausgeführt. Danach wird Uke einfach liegen gelassen. Es müssen nicht sieben, acht Techniken folgen, aber eine Abschlusstechnik sollte schon folgen und diese auch korrekt sein. Bei den Festlege- und Transporttechniken ist aufgefallen, dass Uke sich praktisch von selbst in die Bauchlage dreht, ohne den entsprechenden Anreiz dafür zu erhalten. Daher empfiehlt Peter auch mit anderen Partnern, die nicht wissen was als nächstes passiert, zu trainieren, um die Funktionsfähigkeit der eigenen Technik zu überprüfen. Das richtige Angreifen bzw. die korrekte Ausführung von Faust- und Fußtechniken spielt eine entscheidende Rolle, nicht nur für die Prüfung. Waffenabwehr ist auch immer wieder ein Problemfall, vor allem Messer und Pistolenabwehr. Was nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch in anderen Landesverbänden ein großes Sorgenkind ist und bleibt, ist Kata. Wenn Kata-Lehrgänge angeboten werden, sollten diese auch genutzt werden, auch um sich selbst weiterzubilden, schließlich soll man diese als Prüfer auch bewerten. Diese und noch mehr Hinweise legte Peter den anwesenden Trainern und Prüfern ans Herz, damit die zukünftigen Prüflinge auch besser vorbereitet werden. Im anschließenden Praktischen Teil baute er verschiedene Übungen ein für Falltechniken, Bewegungslehre, Hebel, Waffenabwehr und Würfe ein. Bevor es in den theoretischen Teil der Aus-/Fortbildung überging, wurde ein Ausschnitt einer Prüfung unter Mithilfe einiger Teilnehmer durchgespielt. Die anwesenden Prüfer bewerteten die „Prüfung“, im Anschluss wurden die Ergebnisse verglichen und diskutiert.