Sensei Peter Schneider – 50 Jahre Jiu-Jitsu

Peter Schneider, 9. Dan Jiu-Jitsu, zählt zu den wahren Großmeistern des Sports. Nicht nur die eigene Hingabe zum Jiu-Jitsu, sondern auch sein überragendes Engagement und sein Bestreben zur ständigen Weiterentwicklung zeichnen ihn, neben seinem vorbildlichen Charakter, aus. Der heute 71-Jährige ist nach wie vor aktiv auf der Matte, ob als Referent auf Vereins-, Landes- und Bundeslehrgängen oder als Trainierender bei anderen Meistern ihres Faches. Dabei nimmt sich Peter kein Stück zurück und bringt so manchen jungen, athletischen Sportskameraden ins Schwitzen.

Geboren wurde Peter Schneider 1947 in Maasbüll bei Flensburg (Schleswig-Holstein) und konnte 1968 durch Arbeitskollegen mit dem Jiu-Jitsu Virus infiziert werden. Groß geworden ist er beim KFUM Flensburg. Er arbeitete hart an sich unter seinen Trainern, Erik Elbert (2. Kyu Jiu-Jitsu) und Klaus Strunz (1. Dan Judo), im „Folterkeller“ der Idraetshalle. So legte er 1973 seine Prüfung zum 1. Dan eindrucksvoll ab. Weitere Graduierungen im Jiu-Jitsu und in anderen Kampfsportarten folgten. Bereits 1972 übernahm er erstmals als Übungsleiter eine kleine Gruppe im KFUM, die er noch heute aktiv führt. Im Laufe der Jahre begleitete er viele seiner Schüler zum Meistergrad, die wiederum eigene Vereine gründeten und so das Jiu-Jitsu weitergeben. Neben seiner Trainertätigkeit engagiert sich Peter Schneider ebenfalls auf Landes und Bundesebene für das Jiu-Jitsu, so war er 1982 dabei als in Malente die Jiu-Jitsu Union Schleswig-Holstein e. V. (JJUSH) und die Deutsche Jiu-Jitsu Union e. V. (DJJU) gegründet wurde. Seither ist er ununterbrochen im Ehrenamt tätig, u.a. als Lehrwart der Jiu-Jitsu Union Schleswig-Holstein – er war verantwortlich für die Aus- und Fortbildung der Übungsleiter und Prüfer, Vorsitzender des Landesfachverbandes für Jiu-Jitsu in Schleswig-Holstein und gehörte zum Beirat des Landessportverbandes Schleswig-Holstein. Auf Grund seines Einsatzes und Engagement erhob ihn die Deutsche Jiu-Jitsu Union e.V 1991 in den Stand des Großmeisters mit der Verleihung des 6. Dan Jiu-Jitsu. 1997 folgte die Verleihung des 7. Dans. Um 2005 brachte Peter Schneider aktiv die Kooperationsgespräche und –verhandlungen zwischen der JJUSH und dem Schleswig-Holsteinischen Ju-Jutsu Verband e.V. (SHJJV) voran, und war damit, trotz energischer Widerstände, maßgeblich an der späteren Fusion der Fachverbände Jiu-Jitsu und Ju-Jutsu beteiligt. 2005 wurde ihm die Ehre zu teil, als erster Jiu-Jitsuka den 8: Dan durch den Deutschen-Ju-Jutsu Verband e.V. (DJJV) zu erhalten. Aufgrund seiner überdurchschnittlichen Leitungen und seines Engagement um das Jiu-Jitsu verlieh ihm der DJJV im August 2013 den 9. Dan Jiu-Jitsu. Er gehört damit, zusammen mit Franz-Josef Gresch, Heinz Lamadé, Josef Art, Dieter Call und Heinrich Conrads, zu den sechs höchsten Danträgern in Deutschland und zum höchstgraduierten Jiu-Jitsuka von Schleswig Holstein. Noch immer ist er als Funktionär im Vorstand des SHJJV aktiv und als Referent deutschlandweit gefragt.

Peter Schneider lehrt und entwickelt den Stil Jiu-Jitsu weiter. Seine Lehre bezieht die strenge Etikette ein, mit Werten und Tugenden wie Ehre, Mut, Fleiß, Loyalität und Respekt. Auf der technischen Seite orientiert sich sein Jiu-Jitsu an der Realität und Effektivität, wobei er auf seine jahrelange Praxiserfahrung als Justizvollzugsbeamter zurückgreift. In diesem Jahr blickt Peter Schneider auf 50 Jahre aktives Jiu-Jitsu zurück. Fünfzig Jahre, in denen sich das Jiu-Jitsu in Deutschland von einer ungewöhnlichen Kampfkunst zu einem lehrreichen Grundsatz entwickelt hat, der für einige sogar zu einer ganzheitliche Lebenseinstellung worden ist.