Unsere Stile

Hier finden Sie Informationen zu unseren Sportarten Ju-Jutsu, Jiu-Jitsu und Brasilianisches Jiu-Jitsu (BJJ) / JJIF Ne-Waza.

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Was ist Ju-Jutsu?

Ju-Jutsu

Ju-Jutsu (gesprochen: Djschu Djschuts) ist effektive, praxisnahe Selbstverteidigung und Zweikampfsport, der als Breiten- oder Leistungssport betrieben werden kann. Ju-Jutsu ist leicht erlernbar, vielseitig anwendbar und äußerst effektiv.

Es geht zurück auf die in Asien in Jahrhunderten entwickelten waffenlosen Selbstverteidigungssysteme. Nahezu alle im Ju-Jutsu enthaltenen Elemente stammen aus Kampfkünsten, die sich mit speziellen Gebieten der Selbstverteidigung auseinander gesetzt und diese perfektioniert haben. Neben den Grundelementen Bewegungsformen, Falltechniken, Abwehrtechniken, Schläge, Tritte und Stöße sind ebenso Wurf-, Hebel-, Würge- und Bodentechniken der unterschiedlichsten Form im Ju-Jutsu enthalten. Hinzu kommen die für das Ju-Jutsu speziell (weiter)entwickelten Festhalte-, Aufhebe-, Transport- und Nothilfetechniken.

Ju-Jutsu als Selbstverteidigung

In der jüngeren Zeit sind nicht nur die Angriffe raffinierter, vielfältiger, brutaler und wesentlich gefährlicher geworden, sondern auch eine erheblich größere Gewaltbereitschaft der Täter/innen und eine große Rücksichtslosigkeit gegenüber den Opfern kommen hinzu. Hier gilt es, dem ein Selbstverteidigungssystem entgegenzusetzen, das leicht erlernbar ist, von Personen jeden Alters und Geschlechts angewendet werden kann und optimale Wirkung erzielt und dabei auch die Grundlagen der Konflikt-ewältigung und Selbstbehauptung berücksichtigt.

Ju-Jutsu erfüllt diese Anforderungen. Alle Techniken können - je nach Situation und Notwendigkeit - sowohl in sehr harter und zerstörerischer Form als auch sanft und nachgiebig angewendet werden. Ju-Jutsu eröffnet dem Verteidiger / der Verteidigerin die Möglichkeit, sich im Rahmen der gesetzlich geforderten Verhältnismäßigkeit (notzu)wehren. Dabei ist die Härte der Verteidigung dem Angriff angemessen, so dass kein Missverhältnis entsteht.

Ju-Jutsu als Breitensport

Ju-Jutsu ist eine sehr interessante und vielseitige Sportart, bei der alle Teilnehmer/innen, ob jung oder alt, männlich oder weiblich, gemeinsam trainieren, um sich nicht nur körperlich fit zu halten oder freundschaftliche Kontakte zu knüpfen, sondern dabei noch viel für ihre persönliche Sicherheit im Alltag zu tun.

Dies nutzen mittlerweile über 50.000 Mitglieder des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes e. V. (DJJV) in ganz Deutschland.

Ju-Jutsu als Wettkampf- und Leistungssport

Ju-Jutsu kann in zwei unterschiedlichen Disziplinen als Wettkampf- und Leistungssport betrieben werden: Fighting und Duo.

Im "Fighting-System" kämpfen zwei Wettkämpfer in ihrer gemeinsamen Gewichtsklasse, ausgestattet mit Hand-, Fuß- und Tiefschutz, gegeneinander. Dabei dürfen im Leichtkontakt Schläge, Tritte und Stöße sowie Hebel-, Wurf- und Würgetechniken angewandt werden. Der Ju-Jutsuka muss in relativ kurzer Zeit (1 x 3 Minuten) seinen Gegner nach Punkten besiegen oder zur Aufgabe bringen. Dabei schließt das Regelwerk ernsthafte Verletzungen des Gegners weitestgehend aus. Über die Einhaltung der Wettkampfregeln wachen bei jedem Kampf drei Kampfrichter. Die Wettkämpfe werden unterteilt in Kämpfe für Herren, Damen und Jugendliche.

Die Wettkämpfer qualifizieren sich zuerst auf der Landesebene, dann auf der Gruppenebene und anschließend auf der Deutschen Meisterschaft. Besonders erfolgreiche Kämpfer erreichen die Europa-Meisterschaften und ggf. auch die Weltmeisterschaften.

Das "Duo-System" ist ebenfalls eine Form des Ju-Jutsu-Wettkampfs. Hier wird paarweise gegen einander gekämpft. Die beiden Paare trainieren technisch hochwertige Abwehr-Kombinationen gegen vorgegebene Angriffe, die dann im Vergleichskampf mit anderen Paaren zur Ermittlung des Siegerteams führen. Auch hier werden Meisterschaften auf Landes-, Gruppen-, Bundes-, Europa- und Weltebene durchgeführt.

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Was ist Jiu-Jitsu

Das Jiu-Jitsu ist eine der ältesten Kampfkünste Japans, die auf eine sehr bewegte und vielschichtige Geschichte zurückblicken kann. Entstanden im Dunkel der Geschichte, verfeinert und kultiviert von den japanischen Samurai, gilt es als Vater des Judo, Aikido, Ju-Jutsu und unzähliger anderer Stilrichtungen des modernen Kampfsports.

In erster Linie ist das Jiu-Jitsu eine waffenlose Selbstverteidigungskunst, wobei die Angriffe sowohl von einem unbewaffneten, bewaffneten oder auch mehreren Gegnern ausgehen können. Ziel dabei ist es, den oder die Angreifer im Rahmen der gesetzlichen Richtlinien und ohne ihm unnötigen Schaden zuzufügen, unter die eigene Kontrolle zu bringen oder ihn soweit kampfunfähig zu machen, dass keine weitere unmittelbare Gefahr von ihm ausgeht.

Wie in den meisten Kampfkünsten bedient man sich eines Graduierungssystems aus farbigen Gürteln, die den technischen Stand und die Erfahrung des Jiu-Jitsuka (= jemand der Jiu-Jitsu ausübt) widerspiegeln sollen. Trainiert wird im Dojo (Trainingsstätte), das wie im Judo mit Matten ausgelegt ist. Die Bezeichnung der Techniken erfolgt in japanischen Begriffen.

Der Grundcharakter des Jiu-Jitsu ist rein defensiv. Daher beinhaltet es nur Verteidigungstechniken, die immer als Reaktion auf einen Angriff folgen. Trotz seiner ständigen Weiterentwicklung ist das moderne Jiu-Jitsu tief in der japanischen Tradition verwurzelt. Etikette, gegenseitige Achtung und die Werte des Do (ethische und moralische Grundlagen nach Jigoro Kano) stellen unverzichtbare Bestandteile dar, die von einem ernsthaften Jiu-Jitsuka auch in das Privatleben übertragen werden sollten.

Was diese Kunst so besonders macht, ist die Tatsache, dass es keine fest vorgeschriebenen Techniken gibt. Vielmehr setzt sich das Jiu-Jitsu wie ein Baukasten zusammen, aus dem der Schüler diejenigen Elemente wählen kann, die ihm besonders liegen. So stehen dem Schüler adaptierte und auf die Belange des Jiu-Jitsu zugeschnittene Block-, Tritt- und Schlagtechniken wie beispielsweise im Karate oder Taekwondo, die Würfe, Fallschule, Würge- und Hebeltechniken wie im Judo und Aikido und verschiedenste Elemente aus unzähligen anderen Kampfkünsten zur Verfügung, aus denen er sich seine individuelle Verteidigungstechnik erstellen kann. Im Training lernt er, diese Einzelteile zu sinnvollen Techniken zusammenzufügen und kann erproben, mit welchen Elementen er besonders gut zurechtkommt. Daraus stellt er sich dann mit Hilfe des Trainers "seine Techniken" zusammen, die er im Ernstfall instinktiv einsetzen kann.

Ursprünglich war das Jiu-Jitsu eine rein technische Form, deren einziger Sinn und Zweck es war, sich im Falle eines Angriffs erfolgreich zu wehren. In dieser Tradition wurde es über Jahrhunderte praktiziert und verfeinert. Die ursprüngliche Kultivierung und Verfeinerung kann unmittelbar den japanischen Samurai zugerechnet werden, die sich während ihrer Ausbildung auch einer intensiven Schulung im Jiu-Jitsu unterziehen mussten und denen es neben den Waffenkünsten als Selbstverteidigung auf den mittelalterlichen Schlachtfeldern diente.

Diese rein technische Ausrichtung wurde um 1882 durch Jigoro Kano grundlegend geändert. Er erweiterte sein neues Jiu-Jitsu, das er Judo nannte, um die ethischen und moralischen Grundsätze, die landläufig unter dem Begriff "Do" bekannt sind. Nun ist Jigoro Kano allseits als Gründer des Judo bekannt, nur wenige würden ihn jedoch im Zusammenhang mit dem Jiu-Jitsu sehen. Hierzu muss man wissen, dass das Judo und das Jiu-Jitsu nach Kano eine Einheit war. Kanos Judo beinhaltete über lange Jahre sowohl den sportlichen Judokampf als auch die Selbstverteidigung des Jiu-Jitsu. Die sportadministrative Trennung und damit Verselbstständigung beider Teile erfolgte erst in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts. Zwischenzeitlich wurde der gegenseitige Wert jedoch wieder von den Verbänden erkannt, so dass es im Judo wieder einen selbstverteidigungsbezogenen Wahlbereich gibt, im Jiu-Jitsu die Techniken des Judo dagegen schon immer fest integriert waren.

Quelle: Matthias Holder, Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Sektion Jiu-Jitsu im WJV - aus "Der Sport" 9/1998

Was ist Brazilian Jiu Jitsu?

Brazilian Jiu Jitsu und Judo

Das Brazilian Jiu Jitsu (kurz BJJ oder auch Gracie Jiu Jitsu; portugiesisch jiu-jitsu brasileiro), ist eine Abwandlung und Weiterentwicklung der aus dem traditionellen Jiu Jitsu entstandenen japanischen Kampfkunst Kodokan Judo und  gehört somit zur Familie der Grappling-Stile (ringerische Kampfkünste/Kampsportarten, die den Schwerpunkt auf Greifen, Werfen, Hebeln und Würgen anstelle von Schlagen und Treten legen).

Das Brazilian Jiu Jitsu entstand aus den Lehren des Japanischen Meister Misuyo Meada - einem Schüler des Judo Begründers Jigoro Kano, der sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Brasilien niederlies und dort die von ihm praktizierte Kampfkunst unterrichtete. Da zu dieser Zeit auch in Japan der Begriff "Judo" noch nicht so geläufig war, wurde der Stil meist als "Kano Ju Jutsu" bezeichnet. Erst später etablierte sich der Begriff des Judo und die einst extrem effektive Kampfkunst entwickelte sich zu der heute bekannten olympischen Wettkampfsportart. In Brasilien wurde sowohl der Begriff des "Jiu Jitsu" für die dort trainierte "Urform" des Judo, als auch viele der ursprünglichen, auf den regellosen Zweikampf und Selbstverteidigung ausgelegten, Techniken und Trainingsweisen Jigoro Kanos, beibehalten, welche im modernen Judo im Rahmen der  Reglementierungen innerhalb der Wettkämpfe verloren gingen.

Brazilian Jiu Jitsu und die Familie Gracie

Das Brazilian Jiu Jitsu wurde von den Brüdern Carlos und Helio Gracie in Rio de Janeiro entwickelt. Carlos Gracie lernte das Judo von Mitsuyo Maeda und gab es an seinen jüngeren Bruder Helio weiter. Helio war körperlich eher schmächtig und konnte viele der traditionellen Techniken nicht anwenden. Aus diesem Grund veränderte er die Mechanik und Hebelwirkung vieler Techniken und machte sie somit effektiver und auch für körperlich schwächere Personen anwendbar.

Helio und Carlos unterrichteten ihre Kinder in ihrer neuen Version des Kämpfens und erschufen so das "Gracie Jiu Jitsu". Durch die Verbreitung auch außerhalb der Gracie Familie in der nächsten Generation von Kämpfern und Lehrern, entstand mit der Zeit der heute viel verwendete Begriff des Brazilian Jiu Jitsu. Über Jahrzehnte hinweg waren es jedoch vorwiegend die Mitglieder der Gracie Familie, die diese Form des Kämpfens weiter verbreiteten und die Effizienz des Stiles in vielen Vale Tudo (Freikampf) Herausforderungskämpfen immer wieder bewiesen.

Brazilian Jiu Jitsu und die MMA (Mixed Martial Arts)

In den siebziger Jahren kam einer der Söhne von Helio, Rorion Gracie in die USA, um dort Karriere zu machen. Er unterrichtete den Familienstil in seiner Garage, und langsam interessierten sich auch in den USA immer mehr Menschen für diese Kampfkunst.

Anfang der Neunziger Jahre eröffnete Rorion eine große Akademie in Los Angeles und erschuf zusammen mit dem Werbefachmann Art Davie, die legendären „Ultimate Fighting Championships“ (kurz „UFC“). Bei diesen Wettkämpfen, die im amerikanischen „Pay-per-View- Fernsehen“ übertragen wurden, kämpften Kampfkünstler der verschiedensten Stile ohne viele Regeln und ohne Zeitlimmits gegeneinander. Ziel war es, den Gegner k.o. zu schlagen oder ihn zur Aufgabe zu zwingen.

Royce Gracie, ebenfalls einer der Söhne von Helio Gracie, war der leichteste Teilnehmer und gewann trotzdem überlegen drei der vier UFC-Turniere. Dabei beendete er alle gewonnenen Kämpfe durch Aufgabe des Gegners. Bis heute ist er der einzige Kämpfer, der jemals vier Kämpfe in einer Veranstaltung gewinnen konnte. Die UFC waren der Grundstein für die internationale Anerkennung der Effektivität des Brazilan Jiu Jitsu und der Beginn einer Revolution in der Kampfkunstwelt. Ferner waren sie der Beginn der heute immer populärer werdenden Mixed Martial Arts Kämpfe/Veranstaltungen, welche mit geringen Unterschieden innerhalb der Regelwerke inzwischen auf der ganzen Welt Anerkennung finden.

Brazilian Jiu Jitsu heute

Grundsätzlich kann man heute die folgenden Trainingsinhalte als Säulen des BJJ sehen:

  • BJJ zur Selbstverteidigung
  • Sport BJJ (Wettkampf)
  • BJJ für Mixed Martial Arts (MMA)

Insbesondere der sportliche Wettkampf erfreut sich einer zunehmenden Popularität. Innerhalb der JJIF und seiner Mitgliedsverbände (Darunter auch der Deutsche Ju Jutsu Verband e.V.) werden Wettkämpfe auf nationaler und international Ebene unter dem sogenannten "Ne waza" (Bodenkampf) Regelwerk durchgeführt.

In Schleswig Holstein ist der SHJJV derzeit der einzige Fachverband, der aus  Sicht des Landes Sport Verbandes die Sportart Brazilian Jiu Jitsu vertritt.

[Quelle: wikipedia und eigene Texte des SHJJV e.V.]