Der erste Landestechniklehrgang 2023 beim Lübecker Judo Club e.V. versprach mit zwei hervorragenden Referenten, Manfred Feuchthofen und Philipp Wolf, sehr spannend zu werden. Daher war es nicht verwunderlich, dass sich schnell 70 Teilnehmende angemeldet hatten und weitere auf der Warteliste standen. Der Beginn war gleich ein Highlight mit der Ehrung von Philipp Wolf mit dem 6. Dan Ju-Jutsu. Themen für den Lehrgang waren Verteidigung aus der Bodenlage sowie Transporttechniken.

Den ersten Teil übernahm Philipp Wolf, 6. Dan Ju-Jutsu, 1. Dan Jiu-Jitsu, 1. Dan Brazilian Jiu-Jitsu und führte kurz in die neue Systematik der Bodenthematik des kommenden aktualisierten Prüfungsprogramms ein. Schwerpunkt für den Lehrgang wurde das „Blaugurtprogramm“. Es wird nicht alles neu sein, nur die Betrachtung wird sich etwas ändern. Für das Prüfungsprogramm sollte im Hinterkopf behalten werden, dass es ein Prüfungsprogramm ist, nicht das Ausbildungsprogramm. D.h. das, was im Training stattfindet, sollte mehr sein als der „Mindeststandard“, der in einer Prüfung gefordert ist. Nach einer kurzen theoretischen Erläuterung zu den Inhalten der Kyu Grade startete das Aufwärmen mit Vorübungen für spätere Techniken. Mit methodischem Aufbau führte Philipp von Bewegungsformen hin zu Techniken. Hier begann Philipp mit der Verteidigung in der Bodenlage bei einem stehenden Gegner. Die wichtigste Verteidigung gegen Schläge, egal ob im Stand oder Boden, ist immer Distanz: Solange der Angreifer weit genug weg ist, ist er keine Gefahr – erst wenn er dichter rankommt. Mit verschiedenen Bewegungsformen und Techniken demonstrierte er Grundprinzipien für die Verteidigung am Boden. Er wollte vor allem die Idee mitgeben, dass es nicht um Einzeltechniken geht, sondern dass grundsätzlich verstanden wird: „Wie muss ich mich bewegen, was will ich erreichen?“ – Platz schaffen/verringern, sowie die Position verbessern. Grundprinzipien sollten beachtet werden z.B. „Wenn sich der Gegner zu meinem Kopf bewegt, will ich mich schützen und meinen Kopf möglichst weit weg von der Gefahrenquelle bringen“.

Den zweiten Teil des Lehrgangs widmete Manfred Feuchthofen, 9. Dan Ju-Jutsu, 1. Dan Jiu-Jitsu, den Transporttechniken. Manfred ist ein Mann der Praxis, er war Ausbilder an der Bundespolizeiakademie und hat dort die Ausbilder ausgebildet. Somit konnte er aus diesem Erfahrungsschatz eine Vielzahl erprobter Transporttechniken den Teilnehmenden vermitteln. Den Anfang machte ein Handbeugehebel, der gleich aus verschiedenen Eingängen geübt wurde. Manfred ist für seine präzise Technikausführung bekannt, so erklärte er zu den jeweiligen Hebeln wichtige Details wie die Ausnutzung des Hebelarms, die Ausrichtung oder den entsprechenden Winkel. Für den Transport ist darauf zu achten, dass der Angreifer nicht mehr auf den Verteidiger einwirken kann – auch hier demonstrierte Manfred verschiede Möglichkeiten, die die Teilnehmenden mit nach Hause für ihr Training nahmen. Neben der Vielzahl an Transporttechniken ging er immer wieder auf Verkettungen ein, da in der Realität sich der Angreifer ggf. wehrt und dies gleichzeitig für das Prüfungsfach Weiterführung relevant ist.

In Vorbereitung auf die GEM-Nord nächstes Wochenende, trafen sich die Kaderathleten Fighting & Ne-Waza/ BJJ am Sonntag, 15.01. in Norderstedt. Ashot Arustamjan, Landestrainer Fighting SHJJV, betreute die Athleten der Disziplin Fighting, während Marco Göbel die Disziplin Ne-Waza/ BJJ übernahm. Neben Allgemeinen Wettkampftechniken wurden zudem noch Strategien & Taktiken besprochen, ausprobiert und intensiv trainiert.

Viel Erfolg bei den kommenden Kämpfen bei der GEM-Nord!

Nächste Termine
Sonntag, 05.02.2023 Open Mat – Fighting & BJJ/ Ne-Waza (11-13 Uhr)
Sonntag, 26.02.2023 Kaderlehrgang 2
Interessierte und/oder wettkampforientierte Sportler können sich per Mail an Stefan Jacobs, Leistungssportreferent SHJJV, wenden:

Am Samstag, d. 10. Dezember, fand die zweite Landesprüfung in Breitenfelde statt.

Nach der Begrüßung durch Prüfungsreferent Jens Dykow und Vorstellung der Prüfer, standen zuerst die Kata zum 5. Dan Jiu-Jitsu – Koshiki No Kata -sowie eine freie Darstellung zum 4. Dan Ju-Jutsu an. Anschließend verteilten sich die Prüflinge auf zwei Mattenflächen. Unter den wachsamen Augen der Prüfer Peter Schneider, 10. Dan Jiu-Jitsu, Stephan Wolf, 7. Dan Jiu-Jitsu und Stefan Boesel, 5. Dan Jiu-Jitsu, legten 2 Prüflinge erfolgreich ihre Prüfung ab. Auf der anderen Matte stellten sich 10 Prüflinge der Herausforderung eine neue Graduierung zu erlangen – Prüfer waren Stefan Jacobs, 8. Dan Ju-Jutsu, Jens Dykow, 7. Dan Ju-Jutsu sowie Herbert Bünning, 6. Dan Ju-Jutsu. Am Ende des Tages hat Schleswig-Holstein nun 8 neue Graduierungen im Dan Bereich, darunter ein 5. Dan Jiu-Jitsu, ein 4. Dan Ju-Jutsu sowie ein 3. Dan Ju-Jutsu. Auch die 3 Kyu Prüfungen wurden erfolgreich bestanden.

Herzlichen Glückwunsch zu den neuen Graduierungen!

Zum diesjährigen Jahresabschlusslehrgang Jiu-Jitsu in Bad Malente waren über 30 Teilnehmende angereist. Neben Schleswig-Holsteiner waren auch Ju- und Jiu-Jitsukas aus Thüringen und Niedersachen da und haben fleißig an zwei Tagen trainiert. Referenten waren Peter Schneider, 10. Dan Jiu-Jitsu, 1. Dan Ju-Jutsu, 2. Dan Pentiak Silat h.c, sowie Peter Schillinsky, 5. Dan Ju-Jutsu, 2. Dan Jiu-Jitsu. Am Samstag referierte Peter Schneider mit dem Thema Abwehr gegen Schnitt- und Stichwaffen, am Sonntag referierte Peter Schillinsky zur Abwehr von Faust- und Fußangriffen.

Samstag startete Peter mit eine kleinen Theorieeinheit: U.a. wie verhalten und agieren Angreifer in der Realität – mit einigen Beispielen aus der eigenen Erfahrung untermauerte er dies. Im Training/Prüfung sind die meisten gezeigten Angriff nicht realitätsnah, somit würden ein Großteil der gelernten Abwehren in der Realität nicht funktionieren. Die meisten Angriffe kommen verdeckt und blitzschnell. Zudem gab Peter noch Hinweise für Trainingsmesser, die geeignet sind. Damit die Teilnehmenden auch eine Vorstellung, was alles als Stich- oder Schnittwaffe gab Peter noch einige Beispiele. Ins anschließende Aufwärmen baute Peter verschiedene Bewegungsformen, Ausweichen oder Würfe ein, bevor es zu den Abwehrtechniken kam. Hier ging Peter auf verschiedene Angriffswinkel und Waffen ein. Oft hieß es: „Ihr müsst dicht ran, sonst kann der Angreifer zurückziehen, blockieren und dann den festen Willen haben „weiterzuarbeiten“ – denn Angreifer haben hohen Adrenalinspiegel und merken nichts“.

Auch Peter Schillinsky begann am Sonntag mit einer kurzen theoretischen Einführung mit Kriminalstatistiken. Erschreckend ist, dass bereits 6- bis 14-Jährigen 12% Gewalttaten ausüben. Er wies nochmal darauf hin, dass die Angriffe bei Straßenprügeleien nicht so ausgeführt werden wie wir es in Prüfungen zeigen. Daher baute Peter in sein Programm Verteidigungen für Straße, Prüfung und Kampfkunst ein. Nach dem Aufwärmen mit spezifischen Übungen zur Atemis, startete er mit Faustangriffen. Gab nochmal Hinweise zur Distanz bei verschiedenen Atemis und deren Ausführung. U.a. dass der Abstand zu Partner ca. 2 m oder 2 Armlängen optimal ist, „Damit hat man einen guten Abstand, um weder Schläge noch Tritte abzubekommen, ohne dass der Partner einen Schritt macht“. Grundsätzlich sollte sich überlegt werden, ob eher auf die Außenseite des Partners oder die Innenseite gearbeitet werden möchte. Dem entsprechend muss sich bewusst sein, wenn auf der Innenseite weitergearbeitet wird, dass der Partner/Angreifer noch eine zweite Hand hat oder auch mit Kopf oder Beinen weiterarbeiten kann. Die Außenseite bietet den Vorteil, dass sich der Partner/Angreifer sich erst neu ausrichten müsste, um eine effektive Folgetechnik auszuführen. So demonstrierte Peter verschiedene Abwehren für unterschiedliche Angriffe mit Armen und Beinen.

Die Sportjugend Schleswig-Holstein im Landessportverband zeichnete am 28. November 96 jugendliche SportlerInnen für ihre herausragenden Leistungen in diesem Jahr auf nationaler und internationaler Ebene aus. Bei der Ehrungsveranstaltung im Kieler „Haus des Sports“ wurden die NachwuchssportlerInnen durch die Innenministerin des Landes Schleswig-Holstein Dr. Sabine Sütterlin-Waack, den Präsidenten des Landessportverbandes Schleswig-Holstein Hans-Jakob Tiessen, den Präsidenten des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein Oliver Stolz sowie durch den Vorsitzenden der Sportjugend Schleswig-Holstein Matthias Hansen ausgezeichnet.

Unter den geehrten NachwuchsathletInnen waren Jugend-WeltmeisterInnen, Jugend-EuropameisterInnen und Deutsche JugendmeisterInnen aus verschiedenen Sportarten. Matthias Hansen gratulierte den jungen SportlerInnen zu ihren großartigen Leistungen und Erfolgen und bedankte sich bei den Eltern, TrainerInnen, BetreuerInnen, Förderern und Funktionären in den Vereinen und Verbänden für deren wichtige Unterstützung. LSV-Präsident Hans-Jakob Tiessen honorierte die Erfolge der JugendmeisterInnen ebenfalls.

Darunter auch 8 Athleten vom Kodokan Norderstedt des Schleswig-Holsteinischen Ju-Jutsu Verbands e.V.:

  • Marcel Said, Jugendweltmeister Fighting, bis 81 kg, U18, Jugendeuropameister Fighting, bis 81 kg, U18, Deutscher Jugendmeister Fighting, bis 81 kg, U18, Deutscher Jugendmeister Newaza, bis 81 kg, U18
  • Jule Jacobs, 2. Platz bei der Jugendweltmeisterschaft Fighting, bis 52 kg, Jugendeuropameisterin Fighting, bis 52 kg, Deutsche Jugendmeisterin Fighting, bis 52 kg
  • Michelle Rockmann, 3. Platz bei der Jugendweltmeisterschaft Fighting, bis 57 kg, U18, 2. Platz bei der Jugendeuropameisterschaft Fighting, bis 57 kg, U18, Deutsche Jugendmeisterin Fighting, bis 57 kg, U18, Deutsche Jugendmeisterin Newaza, bis 57 kg, U18
  • Constantin Lüth, 5. Platz bei der JugendweltmeisterschaftFighting, bis 60 kg, U16, 5. Platz bei der Jugendeuropameisterschaft Fighting, bis 55 kg, U16, Deutscher Jugendmeister Fighting, bis 55 kg, U16
  • Nieke Südbrock, 2. Platz bei der Jugendeuropameisterschaft Fighting, bis 40 kg, U16, Deutsche Jugendmeisterin Fighting, bis 44 kg, U16
  • Magnus Rockmann, 5. Platz bei der Jugendeuropameisterschaft Fighting, bis 66 kg, U16
  • Malon Stahlhuth, Deutscher Jugendmeister Fighting, Deutscher Jugendmeister Newaza
  • Hannes Jacobs, Deutscher Jugendmeister Fighting, bis 42 kg

Der SHJJV gratuliert herzlich zu diesen Ehrungen und den herausragenden Leistungen und Erfolgen!

Am Samstag, 19. November, trafen sich Trainingsfleißige in Norderstedt zum Landestechniklehrgang. Referent Christian Birmele, 3. Dan Ju-Jutsu, hatte das Thema Gegen- und Weiterführungstechniken bei Würge-, Hebel- und Wurftechniken mitgebracht und dabei auch viele neue Impulse.

Nach einen kurzen Aufwärmprogramm, in dem schon verschiedene Übungsformen für Würfe eingebaut waren, stieg Christian direkt dort ein. Hierfür machte Christian den Teilnehmenden deutlich, wie wichtig es ist, sich die Prinzipien für die Technik bewusst zu machen – z.B. Gleichgewichtsbruch, Zug, Körperschwerpunkt unterlaufen, Steuerfunktion des Kopfes etc. Dadurch wird deutlich, an welchen Eckpunkten eine Technik verhindern werden kann (Gegentechnik) bzw. mit welcher Gegenwehr gerechnet werden kann, um eine weiterführende Technik anzusetzen. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, war zu Beginn die Aufgabenstellung den Wurf langsam auszuführen, der eine überlegte dann, an welcher Stelle er die Technik stören kann und der andere, in welche Richtung weitergeführt werden kann. Jeweils an einem exemplarischen Wurf nach vorn bzw. nach hinten wurden Gegen- und Weiterführungstechniken mit verschiedenen Reaktionen von Uke ausprobiert. Wichtig ist die Störaktion bzw. Gegentechnik mit einem deutlichen Impuls für den Partner durchzuführen, denn wenn z.B. nur minimal der Körperschwerpunkt abgesenkt wird, kann der Wurf trotzdem durchgezogen werden. Zudem soll dann die Druck-/Bewegungsrichtung der Reaktion ausgenutzt werden: „Wenn Uke den Körperschwerpunkt beim Hüftwurf absenkt, geht sein Druck tendenziell leicht nach hinten und eine große Innensichel bietet sich an“. Neben den Klassikern wie Hüftwurf und Beinstellen brachte Christian zu dem Themengebiet Möglichkeiten für einen Ausheber mit – „Schließlich wollen wir uns weiterentwickeln, in der Freien Anwendung oder Wettkampf auch andere Optionen nutzen, außerhalb unserer Komfortzone“. So konnten die Teilnehmenden in einem lockeren Miteinander, mit max. 50% Krafteinsatz, die zuvor geübten Möglichkeiten und mit vielen Partnerwechseln nochmal vertiefen bzw. sich ausprobieren. Nach dem gleichen Prinzip ging Christian in den nächsten Teilen auf Hebel und Würgetechniken ein. Außer den Klassikern demonstrierte er auch hier, vielleicht nicht so bekannte Möglichkeiten, beispielsweise aus der Bodenlage. So bot er ein breites Spektrum für die anwesenden Teilnehmenden vom 4. Kyu bis 3. Dan, welche intensiv betreut und beraten werden konnten. Abschließend fasste Christian, die für ihn wichtigen Punkte bei Gegen- und Weiterführungstechiken nochmal zusammen: „Ihr müsst erst verstehen, wie die Technik funktioniert. Wenn ich weiß, wie die Technik funktioniert, weiß ich, welche Punkte wichtig sind, damit die Technik zum Erfolg führt. Wenn ich weiß, welche Punkte wichtig sind für den Erfolg, weiß ich, wo ich sie verhindern kann, um dann entsprechend eine Gegentechnik zu machen. Bei den Weiterführungstechniken gilt, wenn ich weiß, was bei der Technik wichtig ist, weiß ich ganz genau: An diesen Punkten, wird er mich stören, um meine Technik zu verhindern. Dann ist es auch keine Überraschung mehr, wann er reagiert“.

In Vorbereitung auf die nächste Landesprüfung wurden nochmal Themenbereiche aufgearbeitet, in denen durch die Prüfer Verbesserungspotential gesehen wurde. Als Referenten waren im Norderstedter Dojo Mirja Straßburger, 3. Dan Ju-Jutsu und Jens Dykow, 7. Dan Ju-Jutsu, eingesetzt. Mirja übernahm den ersten Teil mit dem Bereich Komplexaufgaben. Im zweiten Teil ging Jens auf den Bereich Hebeltechniken ein, wobei sein Augenmerk vor allem für höhere Graduierungen darauf lag, dass hier die Feinheiten stimmen.

Zum Aufwärmen nutzte Mirja gleich eine Aufgabenstellung ähnlich der Komplexaufgabe zum Orangegurt: Der Partner bewegt sich passiv im Raum, während Tori einzeln Atemis mit den Händen setzt. Nach und nach wurden daraus Kombination, auch mit Beintechniken. Wichtige Punkte bei den Atemis sind neben der Dynamik, auch die Eigensicherung (Deckung, Blick dem Partner zuwenden), der Hüfteinsatz: „Eine Atemitechnik ohne Hüfteinsatz ist in meiner Welt nicht vorstellbar“ und das Absetzen vom Partner nach Abschluss der Technik(en). Mirja appellierte für einen häufigen Partnerwechsel, auch um aus der eigenen Komfortzone zu gelangen. Gerade auf einem Prüfungsvorbereitungslehrgang bieten sich viele Möglichkeiten dafür. Jeder bewegt sich anders und gerade im Bereich Atemi in Bewegung kann man sehen, wo man selbst steht, wie bewegt man sich, wie passe ich mich dem Partner an, wie gehe ich auf den Partner ein. Mehrere Techniken sollen in einer Kombination zu sinnvoller Aneinanderreihung ergänzt werden, in der Regel heißt das ein Seitenwechsel, weil dadurch die Hüftdrehung bzw. -vorspannung optimal ausgenutzt werden kann. Für die Prüfung empfohlen die Referenten 2 bis 3 Kombinationen zurechtzulegen, die automatisiert abgespult werden können und auf die eigene Physik (Hüftbeweglichkeit, Reichweite) abgestimmt sind. Wenn diese dann aus 2er oder 3er Kombinationen bestehen, wird kein Prüfer etwas sagen. Die Prüfer möchten sehen, dass diese sinnvoll eingesetzt und mit der Distanz gearbeitet werden kann, unter Eigensicherung und sauberen Techniken. Nach und nach wurde die Aufgabenstellung erweitert mit Wurf- und Kontrolltechniken.

Den zweiten Teil des Lehrgangs übernahm Prüfungsreferent Jens zum Thema Hebeltechniken. Im Ju-Jutsu wird immer von Prinzipen geredet, das ist das worauf ein Prüfer schauen soll und der Prüfling, auf jeden Fall im Dan Bereich, nach handeln sollte. „D.h. ihr kommt irgendwann an einen Punkt, an dem ihr die Schrittdrehung für eine Hebeltechnik nicht einfach nur nachmacht, die euch eurer Trainer mal gezeigt hat.“, so Jens. Tatsächlich funktionieren Hebeltechniken entlang gewisser Prinzipien. Benutze sie, um eine Kontrolle über Uke zu erlangen, Reaktionen zu erzwingen oder zum „Ausschalten“ des Angreifers. Das Prinzip beruht darauf Gelenke gegen ihre natürliche Bewegungsrichtung oder über ihre natürliche Bewegungsrichtung hinaus zu bewegen. Die Wirkung eines Hebels ist in erster Linie abhängig von der Hebellänge, der Hebelunterstützungsfläche, dem Freiheitsgrad des Gelenks sowie der Schmerzempfindlichkeit des Angreifers. Das Ganze funktioniert aber nur, wenn sich entsprechend bewegt wird. Das trifft also nicht nur auf Atemis zu, sondern auf alle Techniken. Auch Hebeltechniken haben, wie auch Atemis, einen gewissen Rhythmus: „Ich gehe zügig in die Vorbereitung des Hebels rein, denn sonst wird der andere den Hebel nicht zulassen, und je mehr ich mich dem Schmerzpunkt nähere, desto langsamer werde ich in der Ausführgeschwindigkeit.“ Im Folgenden ging Jens dann nochmal theoretisch auf verschiedene Aspekte ein, die durch Bewegung zu erreichen sind: u.a. Biomechanik, Druck/Zug, Ausrichtung, Höhe, Distanz, Winkel, Geschwindigkeit, Griffsicherheit, Stabilität oder Eigensicherheit. Anschließend wurden diese an einigen Beispielen demonstriert und geübt. Zudem wurden noch offene Fragestellungen der Teilnehmenden beantwortet.

Samstag, 22. Oktober: endlich wieder ein Lehrgang in Grönwohld! Zu Gast als Referent: John Darboven, der „Selbstfallwürfe und Beingreifertechniken sowie Weiterführungs- und Gegentechniken zu Würfen und Standbodenübergängen“ mitbrachte. Ein umfangreiches Thema mit vielen Facetten – und so waren die Grönwohlder auch ganz erfreut, dass über 30 Teilnehmerinnen zu diesem Lehrgang den Weg in den Süden Schleswig-Holstein fanden.

Nach einer knackigen Aufwärmphase und spielerischen Fallübungen ging’s dann auch gleich los. John brachte eine Vielzahl verschiedener Techniken mit, die in ihre Grundform oft bekannt, aber dann doch in neuer Form gezeigt wurden. So ist z.B. allen der Talfallzug bekannt, welcher jedoch bei einem findigen Uke zu Gegentechniken einlädt, die zu einer ungünstigen Situation am Boden führen können. John zeigte eine Variante, die mit Griff in den Kniebereich von Uke und Druck mit Kopf und Körper zu einer deutlich besseren Position am Boden führt.

Abtaucher-Varianten mit in der Folge Einhängen und abschließende Bodentechniken wurden ebenso unterrichtet, wie Folgetechniken nach Würfen mit Würgen unter Verwendung der Kleidung. Beinrollwürfen sowohl von innen als auch von außen kamen ebenfalls auf die Matte, die auch die nötige Größe für die Anzahl der Ju-Jutsukas bei diesem raumgreifenden Wurf-Thema bot. Immer wieder wurden auch Weiterführungs- und Gegentechniken in den Ablauf eingebaut.

Die große Vielfalt der Selbstfallwürfe und Beingreifertechniken begeisterte und führte zu großer Motivation aller Teilnehmerinnen. Ein absolut gelungener Lehrgang mit viel Freude und Spaß und großem lehrreichen Input!

Text: Reiner Christ/Dominik Höer/Fotos von Jessica Dahlenburg vom PSV Kiel.

Samstag, 15. Oktober 2022, lud der KSG Arashi e.V. Itzehoe zum Landestechniklehrgang ein. Thema waren Weiterführungs- und Gegentechniken aus dem Bereich Hebel, Wurf, Atemi- und Würgetechniken. Referent: Peter Schillinsky, 5. Dan Ju-Jutsu, 2. Dan Jiu-Jitsu begeisterte dabei die knapp 20 Teilnehmenden mit Graduierungen vom 6. Kyu bis 10. Dan. Auch im Jiu-Jitsu kann dieses Thema in die Prüfung eingebaut werden – als Zusatzaktionen ab dem 2. Dan.

Bereits ins Aufwärmen baute Peter verschiedene Bewegungsformen und Übungen aus dem Themenkomplex ein, bevor tiefer in den Bereich Gegentechniken gegen Würfe eingestiegen wurde. Das Prinzip der Gegentechnik beruht darauf, einen mit einer zumindest angesetzten Ju-Jutsu-Technik angreifenden Gegner während der Ausführung seinerseits mit einer Ju-Jutsu-Technik abzuwehren. Hierbei ist die vom Angreifer angewandte Kraft und Bewegungsenergie soweit möglich auszunutzen. Neben den Beispielen für Würfe ging Peter noch auf Gegentechniken gegen verschiedene Hebel- und Würgetechniken ein mit entsprechenden Folgetechniken. Als Tipp gab Peter den Teilnehmenden noch mit, sich solche Würfe, Hebel etc. auszuwählen mit den gut gearbeitet werden kann, beispielsweise den Seoi nage als Wurf. Nach einer kurzen Pause standen dann Weiterführungstechniken auf dem Plan. Das Prinzip der Weiterführungstechniken beruht darauf, bei einer Technikausführung auf Gegenreaktionen so zu reagieren, dass die gegenwirksame Kraft des Angreifers für weitere eigene Techniken weitestgehend ausgenutzt wird. In der Prüfung ist eine Weiterführung ausschließlich mit Atemitechniken nicht gewünscht (außer bei der Weiterführung von Atemitechniken). Die vom Verteidiger angesetzten Ju-Jutsu-Techniken können seitens des Angreifers durch Gegenbewegung, Sperren, Losreißen und durch sonstige Störtechniken (z.B. Atemitechniken) verhindert werden. In der (Prüfungs-)Situation gibt es keine festgelegte Schablone, die man auf den einen Wurf oder Hebel anwenden kann, vielmehr spielen verschiedene Faktoren eine Rolle – u.a. in welchen Winkel stehe ich zu Uke – welche Distanz habe ich – Wie stark ist die angewendete Kraft von Uke… Hierfür bot Peter einen kleinen „Paket“ an Techniken, um auf verschiedene Aktionen/Situationen reagieren zu können. Im letzten Teil wurden Wünsche der Teilnehmenden zum Lehrgangsthema behandelt, u.a. Gegentechniken gegen Wurftechniken, wenn das eigene Fallen nicht mehr verhindert werden kann.